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Rudolf Platte

Geburtsdatum: 12.02.1904

Geburtsort: Dortmund-Hörde

Todesdatum: 18.12.1984

Todesort: Berlin

Biografie von Rudolf Platte

Rudolf Platte war ein deutscher Schauspieler und Theaterregisseur. Er wurde am 12.02.1904 in Dortmund-Hörde als Sohn des Kaufmanns Josef Platte und seiner Frau Karoline geboren. Die Familie zog nach Hildesheim, wo Rudolf das Gymnasium Josephinum besuchte, das er 1920 vor dem Abitur verließ, um eine Schauspielausbildung zu beginnen.

Sein Theaterdebüt gab er 1925 an der Freilichtbühne Düsseldorf. In den folgenden Jahren sammelte er Bühnenerfahrung in Bad Harzburg, Hildesheim, Hagen, Wuppertal und Hannover. 1927 gehörte er zu den Mitgründern des Berliner Kabaretts Die Katakombe, an dem er gemeinsam mit Werner Finck und Hans Deppe wirkte. In den 1940er Jahren leitete er das Theater in der Behrenstraße (1940–1944) sowie das Theater am Schiffbauerdamm (1945–1947).

Ab 1929 stand Rudolf Platte regelmäßig vor der Filmkamera und war bis in die frühen 1980er Jahre in über 200 Produktionen zu sehen. Er spezialisierte sich auf verkannte, zurückhaltende und schüchterne, aber liebenswerte Figuren und galt dadurch als einer der prägenden Charakterdarsteller des deutschen Unterhaltungsfilms. In den 1950er und 1960er Jahren wirkte er in einer Vielzahl von Heimatfilmen, Musikkomödien und Lustspielen mit. Zu seinen bekanntesten Kinoarbeiten zählen Pension Schöller (1952), Die Buddenbrooks (1959), Der Hauptmann von Köpenick (1960) sowie Die Sehnsucht der Veronika Voss (1982) von Rainer Werner Fassbinder.

Ab den 1970er Jahren war Rudolf Platte zunehmend im Fernsehen aktiv und übernahm Gastrollen in populären Krimiserien. Er trat in Stahlnetz, Der Kommissar, Derrick und Der Alte auf. Besondere Bekanntheit als Berliner Volksschauspieler erlangte er durch 278 Aufführungen des Bühnenstücks Das Fenster zum Flur.

Für seine Verdienste um den deutschen Film und das Theater erhielt Rudolf Platte mehrere Auszeichnungen: 1966 den Berliner Kunstpreis für seine Hauptrolle in Der Kaiser vom Alexanderplatz, 1969 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1974 die Ernst-Reuter-Plakette in Silber sowie die Ehrenmitgliedschaft der Freien Volksbühne Berlin und 1978 das Filmband in Gold für sein langjähriges Wirken im deutschen Kino.

Rudolf Platte war insgesamt dreimal verheiratet. Seine erste Ehe mit Alice Marie Therese Groebe dauerte von 1931 bis 1936. Seine zweite Ehe mit Marina Ried wurde 1953 geschieden. Anschließend heiratete er Georgia Lind erneut, mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte. Das Ehepaar hinterließ sein Vermögen von etwa zwei Millionen Deutsche Mark dem Hermann-Gmeiner-Fonds zugunsten der SOS-Kinderdörfer.

Rudolf Platte starb am 18.12.1984 im Alter von 80 Jahren in Berlin. Er ist auf dem Friedhof Wilmersdorf beigesetzt, wo ihm seit November 2010 ein Ehrengrab gewidmet ist.

Demnächst im TV:

Filmografie - Filme mit Rudolf Platte

Der Hauptmann von Köpenick

(1960, Fernsehfilm)

Die Buddenbrooks

(1959, Spielfilm)

(1952, Komödie)

Der Alte

(1976-heute, Krimi)

Derrick

(1974-1998, Fernsehserie)

Der Kommissar

(1968-1975, Krimi)

Stahlnetz

(1958-1968, 1999-2003, Krimi)