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Agnes Windeck

Geburtsdatum: 27.03.1888

Geburtsort: Hamburg

Todesdatum: 28.09.1975

Todesort: Berlin

Biografie von Agnes Windeck

Agnes Windeck, geboren als Albertine Sophie Agnes Windel, war eine deutsche Bühnen-, Film- und Fernsehschauspielerin sowie Synchronsprecherin. Sie kam am 27.03.1888 in Hamburg als Tochter des Kaufmanns Wilhelm Windel und seiner Frau Bertha Windel, geborene Küster, zur Welt.

Bereits im Alter von 16 Jahren begann sie ihre Bühnenlaufbahn in Hamburg unter dem Namen Anni Windel. Ab der Spielzeit 1904/05 gehörte sie dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg zunächst in kleineren Rollen an, ab 1908/09 als festes Ensemblemitglied.

Zur Spielzeit 1910/11 wechselte sie an das Königliche Hoftheater Hannover, wo sie fortan als Agnes Windel auftrat. Dort übernahm sie als jugendliche Naive ein breites klassisches Rollenfach, darunter die Gretchen in Faust, die Titania im Sommernachtstraum und die Titelrolle in Henrik Ibsens Nora.

1912 heiratete sie im Alter von 24 Jahren in Hannover den jüdischen Porträtfotografen Emil Berlin-Bieber und gab ihren Beruf zunächst auf.

Ab 1935 nahm sie die Schauspielerei am Theater der Jugend in Berlin wieder auf. Von 1938 bis 1945 und erneut bis 1948 unterrichtete sie als Schauspiellehrerin am Deutschen Theater Berlin. 1944 wurde sie auf die sogenannte Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda gesetzt.

Nach dem Krieg spielte sie an zahlreichen West-Berliner Bühnen, darunter dem Schlosspark-Theater, dem Schillertheater, dem Renaissance-Theater und dem Hebbel-Theater. Von Oktober 1961 bis zur Spielzeit 1963/64 verkörperte sie in der deutschsprachigen Erstaufführung von My Fair Lady am Theater des Westens in über 400 Vorstellungen die Mrs. Higgins. Ab 1967 stand sie zudem in mehr als 300 Vorstellungen des Stücks Zwei ahnungslose Engel auf der Bühne.

Im Film war Agnes Windeck ab Ende der 1930er Jahre zunächst in kleineren Nebenrollen zu sehen, ab den 1950er Jahren dann regelmäßig. 1950 übernahm sie in der DEFA-Produktion Der Rat der Götter die Rolle der Frau Mauch. Es folgten Auftritte in Edgar-Wallace-Krimis wie Der Zinker, Der Bucklige von Soho und Der Hund von Blackwood Castle sowie in Komödien wie Die Trapp-Familie (1956) und Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung (1968). Auch in Rheinsberg (1967) und in Alter Kahn und junge Liebe (1973) wirkte sie mit.

Große Bekanntheit erlangte Agnes Windeck durch die Fernsehserie Die Unverbesserlichen, in der sie von 1966 bis 1971 an der Seite von Inge Meysel die Rolle der Oma Köpcke spielte. Als Synchronsprecherin lieh sie unter anderem der britischen Schauspielerin Margaret Rutherford als Miss Marple in 16 Uhr 50 ab Paddington ihre Stimme. Seit den frühen 1950er Jahren wirkte sie zudem im RIAS-Hörfunkkabarett Die Insulaner mit.

Im Mai 1975 stürzte Agnes Windeck in ihrer Wohnung in Berlin-Wilmersdorf schwer und erholte sich von den Verletzungen nicht mehr vollständig. Ihr Grab auf dem Waldfriedhof Heerstraße in Berlin-Westend ist seit 2004 Ehrengrab des Landes Berlin. Agnes Windeck starb am 28.09.1975 im Alter von 87 Jahren in Berlin.

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(geb. 30.05.1910)