Helmut Griem
Biografie von Helmut Griem
Helmut Griem war ein deutscher Schauspieler und Theaterregisseur. Er wurde am 06.04.1932 in Hamburg geboren. Sein Vater Walter Griem arbeitete als Marineoffizier für den Funkdienst, seine Mutter hieß Paula Rackebrandt. Nach dem Abitur 1953 studierte Griem zunächst Literatur und Philosophie, weil er Journalist werden wollte. Eine Schauspielschule besuchte er nie.
Den Einstieg ins Theater fand er durch bezahlte Auftritte beim Hamburger Amateurensemble Die Buchfinken, wo er entdeckt wurde. Sein professionelles Bühnendebüt gab er 1956 in Lübeck. In den folgenden Jahren entwickelte er sich zu einem gefragten Bühnenschauspieler und arbeitete an bedeutenden deutschsprachigen Theatern: am Hamburger Thalia-Theater, am Deutschen Schauspielhaus, am Wiener Burgtheater, am Münchner Residenztheater sowie an der Berliner Staatsoper. In klassischen Rollen von Lessing, Kleist und Goethe ebenso wie in Stücken von Tennessee Williams zeigte er seine Bandbreite. Später übernahm er auch Regieaufgaben und inszenierte unter anderem Werke von Joe Orton und Eugene O’Neill.
Seinen Filmdurchbruch hatte er 1960 mit Fabrik der Offiziere, für den er mit dem Bambi als bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet wurde. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er 1969 durch die Zusammenarbeit mit Luchino Visconti in Die Verdammten, wo er die Rolle des SS-Offiziers Aschenbach verkörperte. Drei Jahre später spielte er in Bob Fosses Oscar-prämiertem Musical Cabaret (1972) den Baron Maximilian von Heune an der Seite von Liza Minnelli. 1973 folgte eine zweite Visconti-Produktion: Ludwig II. In Der Zauberberg (1982) übernahm er eine der Hauptrollen in der Verfilmung des Thomas-Mann-Romans.
Auch im deutschen Fernsehen war Griem vielfach präsent. Rainer Werner Fassbinder besetzte ihn in der Monumentalserie Berlin Alexanderplatz (1980). Er war zudem in Bel Ami (1968), Der Traum von Lieschen Müller (1961), Brennendes Herz (1995), Liebe auf Bewährung (2004) und Körbers Akte zu sehen. Außerdem spielte er in der Fernsehproduktion Stauffenberg – Verschwörung gegen Hitler (1990) den Feldmarschall Erwin Rommel und wirkte in der Miniserie Karl der Große (1993) sowie der Großproduktion Peter der Große (1986) mit. Als Synchronsprecher lieh er James Garner und Sam Shepard seine Stimme.
Für seine Leistungen wurde Griem neben dem Bambi (1960) mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet und als Mitglied in die Bayerische Akademie der Schönen Künste aufgenommen.
Seit 1973 war er mit der Schauspielerin Helga Köhler verheiratet. Aus der Ehe ging ein Sohn, Philip, hervor.
Helmut Griem starb am 19.11.2004 im Alter von 72 Jahren in München. Er wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg beigesetzt.
Demnächst im TV:
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Foto: Eiramesor / Wikimedia unter CC BY-SA 3.0
Filmografie - Filme mit Helmut Griem

Liebe auf Bewährung
(2004, Melodram)

Koerbers Akte
(1997, Fernsehserie)

Brennendes Herz
(1995, Spielfilm)

Der Zauberberg
(1982, Spielfilm)

Berlin Alexanderplatz
(1979, Fernsehserie)

Cabaret
(1972, Musikfilm)

Bel Ami
(1968)

Der Traum von Lieschen Müller
(1961, Spielfilm)
