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Herbert Feuerstein

Geburtsdatum: 15.06.1937

Geburtsort: Zell am See, Österreich

Todesdatum: 06.10.2020

Todesort: Erftstadt

Biografie von Herbert Feuerstein

Herbert Feuerstein war ein österreichisch-deutscher Journalist, Kabarettist, Entertainer und Schauspieler.

Herbert Feuerstein wurde am 15.06.1937 in Zell am See in Österreich geboren. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, zog es ihn früh zur Musik: Von 1956 bis 1958 studierte er Klavier, Cembalo und Komposition am Salzburger Mozarteum. Wegen eines Konflikts mit der Institutsleitung, den er durch eine kritische Bemerkung über eine eigene Komposition ausgelöst hatte, verließ er das Mozarteum ohne Abschluss.

Im Jahr 1960 folgte Feuerstein seiner hawaiianischen Freundin Pearl Higa nach New York. Dort heiratete er sie und begann seine Karriere als Journalist. Er arbeitete zunächst als Redakteur, ab 1968 als Chefredakteur der deutschsprachigen Zeitung New Yorker Staats-Zeitung. Parallel dazu war er als USA-Korrespondent für das deutsche Satiremagazin pardon tätig. Diese frühen Jahre prägten seinen unverkennbaren Stil: scharf, ironisch und stets auf der Suche nach dem Absurden im Alltag.

Seine bekannteste verlegerische Leistung war die Leitung des deutschen MAD-Magazins. Ab 1973 übernahm er die Chefredaktion des deutschen MAD und steigerte die Auflage von 10.000 auf zeitweise 400.000 Exemplare. Bis 1992 führte er das Heft, das ausschließlich ohne Werbung erschien — er finanzierte Verlustausgaben durch Sammelausgaben aus unverkauften Heften. Diese Phase machte ihn in Deutschland zu einer festen Größe der Satireszene.

Ab 1984 arbeitete Feuerstein hauptsächlich im deutschen Fernsehen. Seinen größten Bekanntheitsgrad erlangte er als Partner von Harald Schmidt in mehreren Comedyshows. Gemeinsam traten sie bei Pssst… (1989–1995) und bei Schmidteinander (1990–1994) im SWF auf. Die Sendung Schmidteinander galt als eine der einflussreichsten deutschen Late-Night-Formate dieser Zeit und begründete den Ruf beider als prägende Figuren der deutschen Unterhaltungsbranche.

Zweimal, 1997 und 1998, moderierte Feuerstein für den WDR je eine zwölfstündige Live-Sendung namens Feuersteins Nacht — ein ungewöhnliches Format, das ihm großes mediales Interesse einbrachte. Daneben sprach er jahrelang die Rolle des Professor Brabbelback in der Sendung mit der Maus und lieh seine Stimme der Figur Gilbert Huph in der deutschen Synchronfassung von Die Unglaublichen (2004). Auf der Bühne debütierte er 1998 in Berlin; von 2003 bis 2008 spielte er in rund 75 Aufführungen der Operette Die Fledermaus die Rolle des Frosch.

Ab Mitte der 1990er Jahre trat Feuerstein auch als Schauspieler in Film- und Fernsehproduktionen auf. Er war in der Fernsehserie Lindenstraße und in der Krimiserie SOKO Köln zu sehen. Daneben hatte er Gastauftritte in der Quizsendung Was bin ich? und der Comedysendung Genial daneben.

Für sein Lebenswerk und seine künstlerischen Leistungen erhielt Feuerstein mehrere Auszeichnungen. 1987 wurde ihm die Essener Feder verliehen, 1994 erhielt er den Adolf-Grimme-Preis sowie den Bambi — gewürdigt für seine anarchistische Originalität und seinen Mut zum Chaos. 2010 wurde ihm der Deutsche Comedypreis als Ehrenpreis verliehen, 2017 folgte der PENG! Comic-Preis für sein Lebenswerk.

Im Privatleben war Feuerstein mehrfach verheiratet. Aus seiner ersten Ehe mit Pearl Higa ging eine Tochter hervor. In dritter Ehe war er mit der Lektorin Grit Bergmann verheiratet. Die deutsche Staatsbürgerschaft nahm er 1990 an. Er lebte zuletzt in Erftstadt-Niederberg bei Köln.

Herbert Feuerstein starb am 06.10.2020 im Alter von 83 Jahren in Erftstadt.

Demnächst im TV:

Filmografie - Filme mit Herbert Feuerstein

Frau Holle

(2008, Märchenfilm)

Vollidiot

(2006, Komödie)

Nich' mit Leo

(1994, Komödie)

(seit 2003, Krimi)

Nikola

(1996-2005, Fernsehserie)

Polizeiruf 110

(1990-heute, Krimi)

Lindenstraße

(1985-2020, Fernsehserie)

Relevante Schauspieler zu Herbert Feuerstein

Harald Schmidt

Harald Schmidt

(geb. 18.08.1957)