Benno Schramm
Biografie von Benno Schramm
Benno Schramm war ein sorbischer Schauspieler und Regisseur. Er wurde am 02.11.1924 in Camina bei Radibor in der Lausitz geboren und wuchs in der sorbischen Sprachgemeinschaft auf. Sein sorbischer Name lautete Beno Šram.
Von 1951 bis 1954 absolvierte Schramm seine Schauspielausbildung an der Theaterhochschule in Weimar, die 1953 mit der Theaterhochschule Leipzig fusionierte. Ermöglicht wurde das Studium durch ein Wilhelm-Pieck-Stipendium.
Ab 1954 war Benno Schramm festes Ensemblemitglied am Stadttheater Bautzen, das er bis 1997 nicht dauerhaft verließ. Unterbrochen wurde diese Zugehörigkeit durch kurze Engagements, darunter von 1958 bis 1962 am Maxim-Gorki-Theater in Berlin sowie an Theatern in Gera und Leipzig. Bereits 1952 hatte er ein Konzept für ein zweisprachiges sorbisch-deutsches Theater entworfen. Als das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen 1963 offiziell gegründet wurde, übernahm er dort die Aufgabe des Oberspielleiters für das Schauspiel.
Zu seinen bekanntesten Bühnenrollen zählten Auftritte in Heiner Müllers Der Lohndrücker (1958), Ostrowskis Diebe und Liebe (1959 und 1965) sowie in Schillers Die Räuber (1960) und Lessings Nathan der Weise (1991). Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit führte er auch selbst Regie, darunter bei Jurij Brězans Mannesjahre (1968).
Im Film und Fernsehen war Benno Schramm nur vereinzelt zu sehen, unter anderem in Robert Mayer – Der Arzt aus Heilbronn (1955) und in einer Episode von Polizeiruf 110 (1977).
Für sein Wirken im sorbisch-deutschen Kulturleben erhielt er mehrere Auszeichnungen: den Ćišinski-Preis 1. Klasse (1970), den Kunstpreis der DDR (1983) und den Kunstpreis der Domowina (1984). Zuletzt wurde er als Ehrenmitglied des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen geehrt.
Benno Schramm starb am 11.11.2016 im Alter von 92 Jahren in Leipzig.
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